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Pressemitteilungen

Februar 2016

Warnung vor Betrügereien vermeintlicher Notare

Die „Notarkanzlei-Ost“ mit den dort benannten angeblichen Notaren ist im Internet nicht mehr auffindbar. Dafür gibt es jetzt ein angebliches Notariat Bernsbach unter www.notare-bernsbach.com. Die vormals in der angeblichen Notarkanzlei-Ost agierenden Personen haben ihre Personendaten dahingehend geändert, dass nunmehr der angebliche Notar Dr. Richard Thieme jetzt Notar Dr. Thomas Kaden heißt, Roman Schweigert als stellvertretender Notar heißt jetzt Detlev Bachmann und Dipl. Juristin Gabriele Höffels heißt jetzt Gabriele Semmelring.

Wenn Sie die Echtheit von Angeboten einer Person,  die sich als Notar ausgibt bezweifeln, können Sie über die Notarauskunft der Bundesnotarkammer unter www.notar.de auch online recherchieren, ob es den Notar tatsächlich gibt. Gleichen Sie dabei unbedingt auch die Übereinstimmung der angegebenen Kontaktdaten ab, da ein Namensmissbrauch nicht auszuschließen ist. Eine Recherche bei der Notarauskunft der Bundesnotarkammer oder eine Nachfrage bei der örtlichen Notarkammer ist kostenlos und schafft schnell Klarheit bei Zweifeln über die Notareigenschaft einer Person und die Echtheit der Kommunikationsdaten.

 

Gerade im Onlinehandel, etwa bei vorgetäuschten Gebrauchtwagenverkäufen, versuchen offensichtlich Betrüger, die bestehenden Abwicklungsunsicherheiten auszunutzen. So spiegeln die Betrüger vor, dass die Einzahlung auf ein vermeintliches Notaranderkonto oder eine „notarielle Treuhandabwicklung“ die Zahlung für den Käufer einfach und risikofrei werden lasse. Betrüger nutzen derzeit gezielt Online-Käufe, um ahnungslose Bürger dazu zu bewegen, Geld auf ein vermeintliches Treuhandkonto zu transferieren. Dabei täuschen sie Seriosität und Glaubwürdigkeit vor, indem sie sich als Notare ausgeben.

 

Ausgenutzt wird ein einfacher Sachverhalt, wie er in Deutschland täglich hundertfach komplikationslos abgewickelt wird: Im Internet wird Herr K. auf eine Gebrauchtwagenanzeige aufmerksam. Angeblich möchte eine Bank das zu einer Insolvenzmasse gehörende Fahrzeug verkaufen. Als Herr K. sich auf die Anzeige meldet, bekommt er per E-Mail Antwort von einer Person, die sich als Notar ausgibt und die ihm das weitere Vorgehen erklärt. Wegen des Insolvenzverkaufs sei zwar eine Besichtigung unmöglich, es bestehe jedoch ein Rückga­be­recht. Der Vertrag werde entworfen und von den Parteien zu Hause unterschrieben. Nach Vertragsschluss werde zunächst eine Rate auf einem Treuhandkonto eingezahlt und anschließend das Fahrzeug überführt. Im Internet wirbt der vermeintliche Jurist als „Insolvenznotar“ mit einem Auftritt, der für den Laien nur schwer von der Internetpräsenz eines amtierenden Notars zu unterscheiden ist. Erst die telefonische Unerreichbarkeit des Büros lassen Zweifel bei Herrn K. aufkommen, der durch eine Nachfrage bei der Notarkammer weiteren Schaden verhindern kann. 

 

Bei Aktivitäten vermeintlicher Notare im Internet sollten Sie auf folgende Punkte achten: 

  • Notare meiden nie den persönlichen Kontakt. Schließen Sie unter Hinzuziehung eines Notars einen Vertrag, ist ihre persönliche Anwesenheit bei dem Notar notwendig, zumindest im Rahmen einer Unterschriftsbeglaubigung.
  • Notare verwahren nur ausnahmsweise und in einem engen Rahmen Gelder. Wird im Internet die Verwahrung von Geldern explizit offeriert, ist äußerste Vorsicht geboten.

 

 Notarin a.D. Karin Bencze, Geschäftsführerin der Notarkammer Brandenburg

Pressemitteilung der Notarkammer Brandenburg, 17. Februar 2016