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September 2020

***Die Veranstaltung wurde auf den 29.04.2021 verschoben*** Alles geregelt, wenn der Ernstfall eintritt?! - Leserforum in Cottbus am 12.11.2020

***Bitte beachten!Die Veranstaltung wurde auf den 29.04.2021 verschoben. Bitte beachten!*** Wie kann ich nach meinen Wünschen vorsorgen und meinen Nachlass richtig und rechtzeitig regeln? Stellen Sie Ihre Fragen beim gemeinsamen Leserforum der Lausitzer Rundschau, Notarkammer Brandenburg und Steuerberaterkammer Brandenburg am 12. November in Cottbus!

Lieber Vorsorge treffen

Plötzlich für sich selbst nicht mehr sprechen zu können, kann jeden in jedem Alter treffen: ein Unfall zum Beispiel, in dessen Folge Sie wochenlang im Krankenhaus oder gar im Koma liegen. Oder es passiert schleichend und unbemerkt – etwa bei Krankheiten wie Demenz. „Aber Sie können vorsorgen!“, sagt Notar Christoph Lindt aus Spremberg. Denn für den Fall, dass wir uns nicht um die eigenen Angelegenheiten kümmern können, ist es möglich, in unseren gesunden Tagen jemanden zu benennen, der dies tun soll. „Rechtlich gibt es niemanden, der das automatisch darf“, gibt Lindt zu bedenken. Das Gesetz kennt nur ein gerichtliches Betreuungsverfahren, wenn nicht vorgesorgt wurde. „Das kann langwierig und teuer werden. Eine Vorsorgevollmacht schafft Abhilfe!“.

 

Eine Vorsorgevollmacht ermöglicht ein umfassendes Vertretungsrecht des Bevollmächtigten in vermögensrechtlichen Angelegenheiten, aber auch im nichtvermögensrechtlichen Bereich, sodass er Entscheidungen in Ihrem Namen treffen kann. Unter die vermögensrechtlichen Angelegenheiten fallen beispielsweise Bankgeschäfte, Vertragsangelegenheiten, auch Kündigungen, Kranken-, Renten-und sonstigen Sozialleistungsangelegenheiten und Grundstücksgeschäfte. Nichtvermögensrechtliche Angelegenheiten sind etwa Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmung oder Unterbringung. Eine Vorsorgevollmacht wird häufig durch eine Betreuungsverfügung ergänzt. „In der Betreuungsverfügung legen Sie fest, wen das Gericht zum Betreuer bestellen soll, wenn eine rechtliche Betreuung erforderlich werden würde, zum Beispiel für nicht in der Vollmacht geregelte Fälle“, erklärt Lindt.

 

Im Internet gibt es zahlreiche Muster. Auch das Bundesjustizministerium stellt eines zur Verfügung. „Welche Form Sie für die Vorsorgevollmacht wählen, steht Ihnen grundsätzlich frei“, sagt Lindt und ergänzt: „Für eine notarielle Vorsorgevollmacht gibt es aber nicht nur gute Gründe, wie die Akzeptanz im Rechtsverkehr mit Banken oder Behörden, weil der Notar die Geschäftsfähigkeit und Identität des Vollmachtgebers prüft. Für Grundstücksangelegenheiten oder für den Abschluss von Darlehensverträgen ist die notarielle Form schlicht notwendig.“

 

Während eine Vorsorgevollmacht eine Betreuung verhindern soll, ist das Ziel einer Patientenverfügung, über lebensverlängernde Maßnahmen selbst zu entscheiden. Der Ausgangsfall ist bei beiden Dokumenten identisch: Sie befinden sich in einer Lage, in der Sie selbst keine Entscheidung treffen können, sei es aufgrund einer Krankheit oder weil Sie bewusstlos sind oder im Koma liegen. Und auch bei der Patientenverfügung gilt: Jeder, egal welchen Alters, sollte über eine Patientenverfügung nachdenken.

 

Richtig erben und Vererben

„Das wichtigste Instrument zur Einflussnahme auf die Zeit nach dem Tod ist die Verfügung von Todes wegen“, erklärt Notar Dr. Jörg Plagemann aus Cottbus. Unter Verfügung von Todes wegen verstehen Juristen Testamente und Erbverträge. „Mit einer Verfügung von Todes wegen bestimmen Sie allein, wer Erbe wird oder aber gerade nicht Erbe werden soll.“ Das heißt zugleich, dass Sie es in der Hand haben, Ihr Vermögen zu verteilen! Wer etwas zu vererben hat, möchte, dass sein Besitz in die rechten Hände kommt. Wie aber ist gesichert, dass alles nach seinem Willen geschieht? Was regelt die gesetzliche Erbfolge? Wie kann ein Testament erstellt werden? Wie verhält es sich jetzt und künftig mit Pflichtteil und Erbschaftssteuer?

Wer Streit in der Familie vermeiden will, sollte für klare Verhältnisse sorgen.

 

Und es gibt noch mehr Formalien zu beachten: Ein Testament kann – muss aber nicht – auch zuhause erstellt werden. Es muss aber vollständig handgeschrieben und unterschrieben sein. Ein gemeinschaftliches Testament muss von einem Ehegatten geschrieben und von beiden unterschrieben sein. Plagemann warnt: „Im Internet finden sich viele Formulierungshilfen. Doch selten kommt es so sehr auf den konkreten Fall, insbesondere die Verwandtschaftsverhältnisse an, wie bei der wirksamen Errichtung eines Testamentes. Es wäre doch furchtbar, wenn Sie sich hinsetzen, sich viele Gedanken machen und das Geschriebene am Ende nicht gültig ist!“ Richtig kompliziert wird es bei Patchwork-Familien. Notare sind die Spezialisten der Testamentserrichtung.

 

Jetzt vordenken und Geld sparen

„Durch zeitige Regelung der Nachfolge kann bares Geld gespart werden“, sagt Honsa Ehmke, Steuerberater aus Schwarzheide. Und so wie jeder Erblasser das Recht hat, nach seinem freien Willen ein Testament zu verfassen, hat auch jeder Erbe das Recht, die Erbschaft anzunehmen oder auszuschlagen. Teilt der Erwerber seine Freude über das Häuschen von der Oma oder das vom Onkel vererbte Vermögen mit Freunden und Familie, sollte er dabei das Finanzamt nicht vergessen. Bei größeren Immobilien oder Vermögenswerten fällt höchstwahrscheinlich nach Abzug persönlicher Freibeträge Erbschaftsteuer an. Beginnend mit einem kleinen Steuersatz, steigt dieser im Extremfall auf bis zu 50 Prozent (Stand 2020). „Das bedeutet somit ja auch für den Erblasser, dass von dem, was er für seine Nachfahren geschaffen hat, die Hälfte abgeben muss“, so Ehmke. Jeder Erwerb, der der Erbschaftsteuer unterliegt, ist vom Erwerber innerhalb von drei Monaten, nachdem er vom Vermögensanfall Kenntnis erlangt hat, dem Finanzamt anzuzeigen.

 

Wollen Sie mehr zu den Themen Vorsorge, Testament und Erbschaftsteuerrecht erfahren, dann nutzen Sie die Chance und kommen am 29. April 2021 um 18.00 Uhr zum Leserforum der Lausitzer Rundschau in Zusammenarbeit mit der Notarkammer Brandenburg sowie der Steuerberaterkammer Brandenburg in das Gut Branitz.

 

Diese kostenfreie Veranstaltung bietet Ihnen die Gelegenheit, sich zu den weitreichenden Fragen rund um die Themen Altersvorsorge und Erb(steuer)recht zu informieren. Im Anschluss an drei Kurzvorträgen besteht die Möglichkeit, weitere persönliche Fragen im kleinen Kreis mit Notaren und Steuerberatern zu besprechen.

Pressemitteilung der Notarkammer Brandenburg, 30. September 2020